Mein Welpe läuft mir überall hinterher – warum er das tut und wie er lenst, entspannt liegen zu bleiben

by | Feb. 5, 2026

Welpe läuft ständig hinterher – warum er das tut und wie er lernt, entspannt liegen zu bleiben

Du gehst in die Küche – dein Welpe kommt mit. Du möchtest kurz ins Badezimmer – dein Welpe steht auf und folgt dir. Selbst wenn du nur vom Sofa aufstehst, ist er sofort wieder auf den Beinen.

Kommt dir das bekannt vor?

Viele Welpenhalter fragen sich irgendwann, ob das normal ist und wie sie ihrem Welpen beibringen können, auch einmal alleine liegen zu bleiben.

Dabei ist das Hinterherlaufen zunächst nicht unbedingt ein Problem. Entscheidend ist, warum dein Welpe dir folgt, wie lange er bereits bei dir lebt und ob er überhaupt schon gelernt hat, ohne unmittelbaren Körperkontakt zur Ruhe zu kommen.

Ich möchte dir zeigen, weshalb ich bei diesem Thema nicht einfach das Hinterherlaufen trainiere, sondern zuerst den Alltag des Welpen genauer anschaue.

Warum läuft dein Welpe dir ständig hinterher?

Stell dir vor, du bist gerade erst in einer völlig fremden Umgebung angekommen. Alles ist neu: die Geräusche, die Gerüche, die Menschen und der gesamte Tagesablauf.

Genau diese Situation erlebt dein Welpe, wenn er bei dir einzieht.

Bis vor Kurzem hatte er seine Mutter und seine Geschwister um sich. Er konnte sich an sie kuscheln, Körperkontakt suchen und sich in ihrer Nähe sicher fühlen.

Plötzlich ist diese vertraute Umgebung verschwunden.

Gerade in der ersten Woche finde ich es deshalb besonders wichtig, dass ein Welpe viel Nähe und Körperkontakt bekommt. Das hilft ihm, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden und sich zu regulieren.

Wenn dein Welpe in dieser Zeit ständig bei dir sein möchte, würde ich mir darüber zunächst keine grossen Gedanken machen.

Allerdings ist die Eingewöhnung nicht der einzige mögliche Grund für das Hinterherlaufen.

Vielleicht hat dein Welpe noch gar nicht gelernt, sich selbstständig mit etwas zu beschäftigen. Vielleicht kommt er generell schlecht zur Ruhe. Oder er hat bereits die Erfahrung gemacht, dass immer etwas Interessantes passiert, sobald sein Mensch aufsteht.

Deshalb interessiert mich nicht nur, dass dein Welpe dir hinterherläuft. Ich möchte wissen, was dahintersteckt.

Die erste Frage: Wie lange lebt dein Welpe bereits bei dir?

Wenn mich jemand um Hilfe bittet, weil sein Welpe ständig hinterherläuft, ist das eine meiner ersten Fragen.

Ein Welpe, der erst seit wenigen Tagen in seinem neuen Zuhause lebt, hat andere Voraussetzungen als einer, der bereits seit mehreren Wochen dort wohnt.

In den ersten Tagen stehen für mich das Ankommen, der Aufbau von Sicherheit und das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund.

Gleichzeitig können wir von Anfang an die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Welpe später nicht bei jeder Bewegung seines Menschen aufspringen muss.

Und hier kommt ein Hilfsmittel ins Spiel, das ich in der Welpenhaltung grundsätzlich sehr schätze.

Warum ich eine räumliche Begrenzung empfehle

Eine positiv aufgebaute räumliche Begrenzung gehört für mich zu den wichtigsten Hilfsmitteln im Alltag mit einem Welpen.

Das kann beispielsweise ein Welpengitter sein, mit dem du einen sicheren Bereich in deinem Wohnzimmer einrichtest.

Wichtig ist, dass dein Welpe diesen Bereich positiv kennenlernt und sich darin wohlfühlen kann.

Warum finde ich das so wertvoll?

Weil eine räumliche Begrenzung nicht nur deinem Welpen hilft, sondern auch dir.

Dein Welpe erhält einen sicheren Bereich, in dem er sich beschäftigen und ausruhen kann. Du wiederum musst nicht ständig kontrollieren, ob er gerade an einem Kabel knabbert, die Möbel bearbeitet oder versucht, auf das Sofa zu springen.

Du kannst dich anderen Dingen widmen, ohne deinen Welpen permanent im Blick behalten und immer wieder eingreifen zu müssen.

Und ganz nebenbei entsteht etwas, das für seine weitere Entwicklung wichtig ist: räumliche Distanz zwischen euch.

Dein Welpe kann lernen, dass er nicht ständig unmittelbar neben dir sein muss, um sich wohlzufühlen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass du ihn einfach in ein Welpengitter setzt und erwartest, dass er sofort entspannt liegen bleibt.

Dein Welpe muss nicht ständig Körperkontakt haben

Erinnerst du dich daran, wie wichtig Körperkontakt gerade während der Eingewöhnung ist?

Das bleibt richtig. Gleichzeitig darf dein Welpe nach und nach eine weitere Erfahrung machen: Es ist auch in Ordnung, wenn sein Mensch nicht unmittelbar neben ihm sitzt.

Zu Beginn reicht es vollkommen, wenn du dich neben dem Welpengitter aufhältst.

Dein Welpe kann dich sehen. Er weiss, dass du da bist. Trotzdem kann er nicht einfach aufstehen und sich direkt an deine Beine legen.

Vielleicht beschäftigt er sich zunächst mit einem Spielzeug oder einer Schleckmatte. Irgendwann bemerkt er, dass er nicht zu dir gelangen kann.

Und möglicherweise gefällt ihm das überhaupt nicht.

Er beginnt zu jammern, zu bellen oder lautstark zu protestieren.

Was nun?

Nicht jeder Protest bedeutet, dass dein Welpe Angst hat

Das ist ein Punkt, den ich mit meinen Kunden besonders ausführlich bespreche.

Ein Welpe kann durchaus frustriert sein, weil er gerade nicht das bekommt, was er möchte. Vielleicht hat er bereits die Erfahrung gemacht, dass sein Mensch zu ihm kommt, sobald er laut genug protestiert.

Wenn dieses Verhalten plötzlich nicht mehr zum gewünschten Ergebnis führt, kann er zunächst verschiedene Dinge ausprobieren. Möglicherweise wird sein Protest dabei sogar intensiver.

In solchen Situationen bleibe ich ruhig in seiner Nähe sitzen. Ich kann mich durchaus mit etwas anderem beschäftigen, beobachte meinen Welpen aber weiterhin aufmerksam.

Nicht jede Lautäusserung erfordert eine Reaktion meinerseits. Entscheidend ist, wie sich sein Verhalten entwickelt. Kann er sich zwischendurch wieder mit seinem Spielzeug beschäftigen? Wird er allmählich ruhiger? Oder nimmt seine Anspannung immer weiter zu?

Wenn ich merke, dass mein Welpe mit der Situation überfordert ist oder nicht wieder zur Ruhe findet, passe ich die Übung entsprechend an.

Mein Ziel ist schliesslich nicht, dass mein Welpe möglichst lange protestiert. Er soll lernen, dass er sich auch ohne unmittelbaren Körperkontakt zu mir sicher und wohlfühlen kann.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen Frustration und tatsächlicher Angst.

Diesen Unterschied erkenne ich nicht allein daran, wie laut oder wie lange ein Welpe protestiert. Ich beobachte seine gesamte Körpersprache, seine Lautäusserungen und die Entwicklung seines Verhaltens in der jeweiligen Situation.

Ein Welpe, der frustriert verschiedene Verhaltensweisen ausprobiert, benötigt nicht zwangsläufig dieselbe Unterstützung wie ein Welpe, der tatsächlich Angst hat.

Deshalb wäre es falsch, grundsätzlich jeden protestierenden Welpen einfach schreien zu lassen. Genauso wenig bedeutet jede lautstarke Beschwerde automatisch, dass du die Übung abbrechen musst.

Wenn du unsicher bist, was dein Welpe gerade ausdrückt, hol dir fachkundige Unterstützung. Es lohnt sich, sein Verhalten richtig einzuschätzen, statt auf Verdacht irgendeine Methode anzuwenden.

Warte nicht, bis dein Welpe zum Krokodil wird

Ein Fehler, den ich häufig beobachte: Die räumliche Begrenzung kommt genau dann zum Einsatz, wenn der Welpe abends bereits völlig überdreht ist.

Er beisst in Hände und Kleidung, rennt durch die Wohnung, knabbert an den Möbeln und scheint überhaupt nicht mehr zur Ruhe zu kommen.

Irgendwann haben seine Menschen genug und setzen ihn ins Welpengitter.

Und dann beginnt der lautstarke Protest.

Das Problem ist, dass der Welpe in diesem Moment möglicherweise bereits viel zu viele Reize verarbeitet hat. Vielleicht war der Spaziergang aufregend, es gab Besuch oder er hat während des Tages zu wenig geschlafen.

Jetzt soll er plötzlich auch noch lernen, mit einer neuen räumlichen Begrenzung zurechtzukommen.

Das sind keine besonders günstigen Voraussetzungen.

Beginne mit der Gewöhnung an das Welpengitter nicht erst dann, wenn dein Welpe bereits völlig überdreht ist.

Integriere die räumliche Begrenzung stattdessen von Anfang an in euren Tagesablauf. Wähle zunächst Situationen, in denen dein Welpe ausgeglichen ist und seine Bedürfnisse erfüllt sind.

Wenn er den Bereich bereits positiv kennengelernt hat, kann er später auch dann hilfreich sein, wenn dein Welpe Unterstützung benötigt, um wieder zur Ruhe zu kommen.

Mehr zu diesem Thema erfährst du in meinem Artikel Warum dein Welpe nicht zur Ruhe kommt – und wie du ihm helfen kannst, es zu lernen.

Was hat der Tagesablauf mit dem Hinterherlaufen zu tun?

Eine ganze Menge.

Wenn dein Welpe bei jeder deiner Bewegungen aufsteht, frage ich mich auch, wie viel er über den Tag verteilt tatsächlich schläft.

Findet er ausreichend Ruhe? Was erlebt er während seiner Wachphasen? Wie viele neue Eindrücke muss er verarbeiten?

Manchmal ist das Hinterherlaufen nur ein Teil eines viel grösseren Themas.

Ein Welpe, der ständig beschäftigt wird, kaum Gelegenheit hat, sich zurückzuziehen, und immer wieder neue Reize erlebt, findet möglicherweise auch dann schlecht zur Ruhe, wenn sein Mensch direkt neben ihm sitzt.

Deshalb betrachte ich bei solchen Fragen gerne den gesamten Tagesablauf – und nicht nur die letzten Minuten vor dem unerwünschten Verhalten.

Manchmal lasse ich meine Kunden über mehrere Tage aufschreiben, wann ihr Welpe schläft, was er während seiner Wachphasen erlebt und in welchen Situationen bestimmte Verhaltensweisen auftreten.

So lassen sich Zusammenhänge erkennen, die im hektischen Alltag leicht übersehen werden.

Denn bevor wir von einem Welpen erwarten, dass er entspannt liegen bleibt, sollten wir uns fragen, ob er überhaupt die Voraussetzungen dafür hat.

Informiere deine Nachbarn

Jetzt kommt ein Punkt, der in der Praxis häufig unterschätzt wird.

Wenn ich mit meinen Kunden über die Gewöhnung an eine räumliche Begrenzung spreche und erkläre, dass dabei durchaus auch einmal lautstarker Protest entstehen kann, höre ich häufig: «Aber meine Nachbarn!»

Das verstehe ich. Niemand möchte Ärger, weil der Welpe plötzlich lautstark protestiert.

Mein Tipp: Informiere deine Nachbarn vorgängig.

Erkläre ihnen, dass du deinen Welpen gerade daran gewöhnst, sich auch ohne unmittelbaren Körperkontakt mit dir wohlzufühlen, und dass er dabei möglicherweise gelegentlich etwas lauter wird.

Du kannst ihnen auch sagen, dass du das Training bewusst tagsüber durchführst und Rücksicht auf die üblichen Ruhezeiten nimmst.

Allein dieses Gespräch kann dir bereits etwas Druck nehmen.

Denn wenn du bei jedem Geräusch nervös wirst, weil du befürchtest, dass gleich jemand an deiner Tür klingelt, fällt es dir vermutlich schwerer, selbst ruhig und gelassen zu bleiben.

Natürlich bedeutet das nicht, dass du deinen Welpen unabhängig von seinem Zustand unbegrenzt protestieren lassen sollst. Entscheidend bleibt, dass du sein Verhalten richtig einschätzen kannst.

Von der räumlichen Begrenzung zum Alleinebleiben

Eine positiv aufgebaute räumliche Begrenzung ist für mich auch eine wichtige Grundlage für das spätere Alleinebleiben.

Zunächst lernt dein Welpe, dass er nicht ständig direkten Körperkontakt zu dir benötigt. Anschliessend kann er erfahren, dass du dich innerhalb des Raumes bewegst, ohne dass er dir überallhin folgen muss.

Mit der Zeit vergrössert sich die Distanz. Irgendwann bist du vielleicht für einen kurzen Moment nicht mehr sichtbar.

Je nachdem, wie dein Welpe aufgewachsen ist, kennt er bereits Situationen, in denen Menschen nicht ständig anwesend waren. Allerdings hatte er dort möglicherweise noch seine Mutter und seine Geschwister um sich. In seinem neuen Zuhause ist die Situation deshalb eine andere.

Deshalb bauen wir die Erfahrungen mit räumlicher Distanz und dem tatsächlichen Alleinebleiben schrittweise auf.

Und noch etwas ist mir wichtig: Nur weil dein Welpe entspannt in seinem Welpengitter bleibt, während du dich im Wohnzimmer bewegst, bedeutet das nicht automatisch, dass er bereits problemlos alleine zu Hause bleiben kann.

Das sind unterschiedliche Anforderungen, die wir entsprechend begleiten sollten.

Wenn dein Welpe bereits Schwierigkeiten mit dem Alleinebleiben hat

Vielleicht ist dein Hund inzwischen schon etwas älter. Er folgt dir noch immer überallhin und sobald du die Wohnung verlässt, wird es schwierig.

In solchen Fällen möchte ich zuerst verstehen, was tatsächlich passiert.

Wie verhält sich dein Hund, wenn du dich innerhalb der Wohnung von ihm entfernst? Was passiert, wenn du das Haus verlässt? Gibt es bereits Videoaufnahmen, auf denen sein Verhalten während deiner Abwesenheit zu sehen ist?

In einem persönlichen Gespräch oder einer Privatstunde schauen wir uns eure Situation genauer an. Denn bevor wir mit dem Training beginnen, möchte ich einschätzen können, welche Schwierigkeiten dein Hund tatsächlich hat.

Für den gezielten Aufbau des Alleinebleibens biete ich ausserdem einen begleiteten Onlinekurs an.

Ein fester Bestandteil dieses Kurses ist die Arbeit mit einer Duftverknüpfung. Dabei verbinden wir einen bestimmten Duft schrittweise mit entspannten Situationen.

Ziel ist, dass dieser Duft für deinen Hund zu einem vertrauten Signal wird, das wir später beim Training mit zunehmender räumlicher Distanz einsetzen können.

Die Duftverknüpfung ist dabei ein Baustein unseres Trainings. Entscheidend bleibt, dass wir die einzelnen Schritte sorgfältig aufbauen und berücksichtigen, wie dein Hund darauf reagiert.

Du möchtest mehr darüber erfahren? Hier findest du meinen begleiteten Kurs «Welpe alleine bleiben lernen».

Mein Fazit: Dein Welpe darf lernen, dass du nicht immer verfügbar bist

Wenn dein Welpe dir ständig hinterherläuft, musst du nicht sofort dagegen trainieren.

Schau zuerst hin: Wie lange lebt er schon bei dir? Wie sieht euer Tagesablauf aus? Bekommt er ausreichend Schlaf? Und hat er überhaupt schon die Möglichkeit kennengelernt, sich in einem sicheren Bereich aufzuhalten, während du etwas anderes machst?

Gerade während der Eingewöhnung ist körperliche Nähe wichtig. Gleichzeitig kannst du deinem Welpen Schritt für Schritt zeigen, dass du nicht ständig unmittelbar neben ihm sitzen musst.

Eine positiv aufgebaute räumliche Begrenzung kann euch dabei enorm helfen. Sie schafft einen sicheren Bereich für deinen Welpen und verschafft dir im Alltag mehr Freiraum.

Dabei darf dein Welpe auch einmal frustriert sein. Entscheidend ist, dass du erkennst, ob er gerade protestiert oder tatsächlich Angst hat.

Mein Ziel ist nicht, dass dein Welpe einfach aufhört, dir hinterherzulaufen.

Ich möchte, dass er lernt, sich auch dann sicher und wohlzufühlen, wenn du dich gerade anderen Dingen widmest.


Du bist unsicher, weshalb dein Welpe ständig hinterherläuft?

Vielleicht braucht er noch Zeit, um in seinem neuen Zuhause anzukommen. Vielleicht fehlen ihm Ruhephasen oder die Erfahrung, dass er sich auch ohne unmittelbaren Körperkontakt entspannen kann.

In einer Privatstunde bei euch zu Hause schauen wir uns gemeinsam euren Alltag und das Verhalten deines Welpen an. So kann ich dir zeigen, wie du ihn passend zu seiner Entwicklung begleiten kannst.

Du wohnst ausserhalb der Region Luzern? Dann ist meine Online-Beratung für Welpenhalter eine Alternative.

Ich freue mich darauf, euch zu begleiten.

Petra – bewusst.hund

Blogartikel teilen